Richtlinien für die Systemleistung verstehen

26. April 2021 | Dirk Steiner

Der Goldstandard für 3D-Messgeräte ist die Norm DIN EN ISO 10360 für die Geometrische Produktspezifikation (GPS). Sie dient dazu, verschiedene Geräte vergleichbar zu machen und ein klares Verständnis dafür zu schaffen, wann sich ein System innerhalb der Spezifikation befindet und wann

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Der Goldstandard für 3D-Messtechnik ist die Norm DIN EN ISO 10360 für die Geometrische Produktspezifikation (GPS). Sie dient dazu, verschiedene Messgeräte vergleichbar zu machen und klar zu definieren, wann sich ein System innerhalb der Spezifikation befindet und wann nicht. Unter dem Dach des VDI/VDE existieren zwei Normenreihen, die für die CT Anwendung finden:

- VDI/VDE 2617 Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten
- VDI/VDE 2630 Computertomographie in der Längenmesstechnik

Diese übergreifenden Normen bieten Leitlinien für die Anwendung der DIN EN ISO 10360 auf Koordinatenmessgeräte mit CT-Sensoren. Der Teil 1.3 der Richtlinie VDI/VDE 2630 unterteilt sich in drei Bereiche:

1. Grundlagen: Definitionen von Kenngrößen (Abweichungen beim Antasten, bei der Längenmessung, der Größe und der Form) sowie Grenzwerte
2. Abnahmeprüfung: Verfahren zur Bestimmung, ob ein CT-System die Grenzwertvorgaben der Kenngrößen einhält
3. Überwachung: Langfristige Einhaltung der Kenngrößen

Die Norm empfiehlt die Verwendung von Kugeln oder Kugelkappen aus einem geeigneten Material. Rubin ist ein gängiges Material, da hochwertige Rubinkugeln im Handel erhältlich und thermisch stabil sind. Anhand der Kugeln lassen sich Form und Größe des Messfehlers bestimmen. Die Ergebnisse werden mit den Herstellervorgaben verglichen, und ein Konformitätsbericht kann erstellt werden.

Eine gängige Methode, um zu entscheiden, ob ein Verfahren für die jeweilige Anwendung geeignet ist, besteht darin, Toleranz und Unsicherheit zu vergleichen. Hier ist eine Liste gängiger Normen, die in diesem Bereich verwendet werden. Industrie :

-VDI/VDE 2630 Computertomographie in der Dimensionsmessung, Teil 2.1
-Deutschland: VDA 5
-USA: Messsystemanalyse (MSA, Leitfaden: ASTM E2782)
-Messgeräte-Wiederholbarkeit und -Reproduzierbarkeit (GR&R, Standardverfahren: ASTM E177)
-Unternehmensspezifische Standards (größtenteils basierend auf MSA: z. B. GM EMS, Ford EU 1880)

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Abb. 1: Rubikugel-Normal

Teil 2.1 der VDI/VDE 2630 wurde speziell für Anwender industrieller CT-Systeme entwickelt. Teil 1.3 wurde so verfasst, dass sich Käufer und Verkäufer darauf verständigen können, wann und wie ein CT-System die spezifizierten Kenngrößen erfüllt. Die festgelegten MPEs (Maximum Permissible Error – Fehlergrenzen) haben dabei keinen direkten Bezug zu einer konkreten Applikation. Hier kommt Teil 2.1 ins Spiel. Er erfüllt zwei Hauptfunktionen:

1. Bestimmung der Messunsicherheit für spezifische Messmerkmale
2. Unterstützung des Anwenders bei der Entscheidung, ob der Prozess für die geforderte Toleranz des Merkmals geeignet ist

Das Verfahren basiert auf dem GUM und ist rückführbar. Die Grundlage zur Bestimmung bildet die folgende Formel für die erweiterte Messunsicherheit.

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Abb. 2: Formel zur Bestimmung der Messunsicherheit

U: Erweiterte Messunsicherheit
k: Erweiterungsfaktor (2 für 95 %)
ucal: Unsicherheit der Kalibriermessung
up: Standardunsicherheit des Prozesses
uw: Unsicherheit des Prüfteils
b: Systematische Abweichung

Um die Gleichung zu lösen, müssen mehrere Messungen durchgeführt werden. Die Richtlinie empfiehlt, eine Stichprobe mit einer präziseren Methode zu kalibrieren – was in der Regel in einem zertifizierten Labor mit einem hochgenauen Koordinatenmessgerät erfolgt. Das zertifizierte Labor ermittelt dabei die Messunsicherheit (ucal).

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